Eine kurze Begegnung

Mizuki lebt in Tokio, ist verheiratet, hat zwei Kinder und sich den gesellschaftlichen Konventionen untergeordnet. Sie hat ihr eigenes Leben und Beruf aufgegeben, um ganz für die Familie da zu sein. Der Ehemann Tatsu führt sein eigenes gestresstes Eine kurze Begegnung Arbeitsleben und die Kinder tanzen ihr auf der Nase rum. “Ich habe alles, ein perfektes Leben – hübsche Kinder, einen hübschen Ehemann, ein hübsches Apartment. Ab sofort werde ich glücklich sein …, werde nur noch ein letztes Mal schreien.” Nach einem einjährigen Aufenthalt in den USA hatte Mizuki gehofft, sich durch Heirat und Kinder dem Lebensstil der gehobenen Tokioter Gesellschaft anzupassen, fühlte sich jedoch immer noch fremd und tat sich schwer mit den anderen perfekten japanischen Ehefrauen. Doch dann trifft sie Kiyoshi und merkt, was sie vermisst hat: einen Menschen, mit dem sie über alles reden kann, der sie versteht und Rücksicht nimmt und ihr das Gefühl gibt, wichtig zu sein. Doch am Ende entscheidet sie: „Also verlasse ich Tatsu nicht für Kiyoshi, denn vielleicht würde es Liebe bedeuten, aber es würde kein Glück bedeuten, weder für mich noch für irgendjemanden sonst“. Die Geschichte ist in der Ich-Perspektive der Protagonistin geschrieben, die ihre Situation und ihre Überlegungen sehr witzig darlegt, indem sie gesteht, dass sie angesichts der Tobsuchtsanfälle der Kinder noch immer nicht den wünschenswerten Zustand distanzierter Gelassenheit erreicht hat. Eine zugleich amüsante und nachdenklich stimmende Analyse der Selbstwertsuche einer Frau.

Ileana Beckmann

Ileana Beckmann

rezensiert für den Borromäusverein.

Eine kurze Begegnung

Eine kurze Begegnung

Emily Itami ; aus dem Englischen von Melike Karamustafa
Blessing (2023)

287 Seiten
fest geb.

MedienNr.: 616042
ISBN 978-3-89667-749-5
9783896677495
ca. 24,00 € Preis ohne Gewähr
Systematik: SL
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