Nest

Der Anschein trügt: Als Ciara und Ryan sich vor fünf Jahren kennenlernten, war er charmant und klug, hilfsbereit zu seinen Mitmenschen, verwöhnte sie. Doch schnell wird klar: Er ist narzisstisch und manipulativ und übt subtilen Psychoterror auf Nest Ciara aus. Er kann es nicht ertragen, dass seine Frau nicht so handelt, wie er will, ihn nicht “respektiert”. Ryan kontrolliert ihre Finanzen, ohne ihn hat sie kein Geld, deshalb ist es schwierig wegzugehen. Doch sie versucht es, geht mit den Mädchen in eine Obdachlosenunterkunft und bemüht sich um Jobs, bis sie wieder als Lehrerin arbeiten kann. Dazu muss sie erst eine Wohnung vorweisen, für die sie kein Geld hat, da Ryan sie am Arbeiten gehindert hat. Ciara hat Angst vor Ryan. “Du bist nur nett zu mir, wenn du etwas willst”. Er wendet alle Tricks an, um sie zurückzuholen, schließlich sogar die vorgetäuschte Obdachlosigkeit, damit er bei ihr wohnen kann. Sie fragt sich wieder und wieder, ob sie nicht alles falsch macht und der Kinder wegen zurück soll. Sie fühlt sich schuldig. Die Treffen mit Ryan sind schwierig, er gibt sich als liebevoller Vater, der seine Frau zurück will. Als er ihren neugeborenen Sohn entführt und sie die Polizei rufen muss, wird sie endlich wütend und schafft es, sich endgültig von ihm zu trennen. – Die Autorin zeigt in dem Roman detailliert, wie sich betroffene Frauen fühlen, wenn ihnen niemand glaubt, dass sie psychisch misshandelt und emotional missbraucht werden. Eine Geschichte, die unter die Haut geht und sehr empfohlen wird.

Ileana Beckmann

Ileana Beckmann

rezensiert für den Borromäusverein.

Nest

Nest

Roisin O'Donnell ; aus dem irischen Englisch von Melike Karamustafa
Blessing (2025)

416 Seiten
fest geb.

MedienNr.: 621663
ISBN 978-3-89667-758-7
9783896677587
ca. 24,00 € Preis ohne Gewähr
Systematik: SL
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