Die Luft zum Atmen
Leo Marburg, ein aus Odessa stammender junger Chemiker, ist einer der schwer Tuberkulose-Kranken, die in einem abgelegenen amerikanischen Sanatorium Heilung suchen. Mitten im Ersten Weltkrieg, kurz vor dem Eingreifen der USA, befinden sich die Patienten
außerhalb der Welt und der Zeit. Sie leben, als wären sie schon tot. Aus dem nahen Städtchen kommen zwei junge Frauen und ein ebenfalls kranker Fabrikbesitzer in das Sanatorium. Dieser will etwas gegen die Langeweile und Einsamkeit tun und bietet einen Gesprächskreis zum Zweck der Weiterbildung an. Er stellt sich vor, dass die Teilnehmer einander ihr Wissen vermitteln und damit ihre Horizonte erweitern. Allmählich tritt so die Außenwelt wieder in das Blickfeld der Kranken; zarte Gefühle entstehen ebenso wie Vorurteile, der Krieg lässt die unterschiedlichsten Überzeugungen zu Tage treten. Ein dramatisches Ereignis bringt Leo in große Schwierigkeiten. - Als eine Art amerikanischer "Zauberberg" fordert der faszinierende Roman etwas Konzentration - vor allem wegen des kleinen Drucks. Anspruchsvolleren Lesern sehr empfohlen. (Übers.: Karen Nölle)
Ileana Beckmann
rezensiert für den Borromäusverein.
Die Luft zum Atmen
Andrea Barrett
Dörlemann (2008)
409 S.
fest geb.