Adagio
Als Clara Schumann 1863 nach Baden-Baden zieht, ist ihr Mann schon seit sieben Jahren tot. Sie und auch Brahms, erfährt man als Leser immer wieder, sind von seinen Kompositionen stark beeindruckt. Clara hat sich alle Tage zunächst um ihre sieben
Kinder zu kümmern (Emil ist schon gestorben), und wenn es die Zeit zulässt, sitzt sie gleich an ihrem Pianoforte und spielt Kompositionen ihres Mannes und anderer geschätzter Künstler. Sehr angetan ist sie von Brahms' Adagio und Andante, er seinerseits bekannte ihr, dass er für sie komponiere. Sein Anspruch ist hoch: "Musik muss so sein, dass die Zuhörer nach dem Hören andere Menschen sind." Clara hat ein offenes Haus. Komponisten, Musiker, Dirigenten sind da, man pflegt das Ensemblespiel, die Zuhörer sind begeistert. – Viele, viele andere Einzelheiten teilt die Autorin mit, sie hat sich in der umfangreichen Literatur gut umgesehen. Ein lesenswertes, interessantes Buch, nicht nur für Musikkenner, selbst die Autorin hat sich ihre Fachkenntnisse erst allmählich erworben. Siehe auch Eichel: "Clara" in diesem Heft.
Hardy Scharf
rezensiert für den Sankt Michaelsbund.
Adagio
Maria Regina Kaiser
8 grad verlag (2024)
165 Seiten : Illustrationen
fest geb.