Schattenriss oder die Kur in Bad Schönenborn
Der Schriftsteller Ludwig Mahler lernt in einer Kurklinik Françoise Dubois kennen, eine schweizer Rechtsanwältin, und beginnt eine Affäre mit ihr, die selbst dann noch andauert, als Mahler zu seiner Frau Brigitte zurückkehrt. Er besucht Françoise
heimlich in Zürich, fährt mit ihr nach Amerika. Doch bald bemerkt er, dass die Unterschiede zu groß sind. Françoise teilt seine linken, gesellschaftskritischen Ansichten nicht. Sie hat sogar einen Hang zur Oberflächlichkeit. Mahler gesteht seiner Frau die Affäre und entschließt sich bei ihr zu bleiben, wohl wissend, dass nichts mehr so sein wird wie vorher. Eine handwerklich solide erzählte Geschichte, die vor allem von den Figuren und ihren Beziehungen untereinander lebt. Auffallend ist die eher literarische Sprache, die Bittner gewählt hat, und die dem Buch einen gutbürgerlichen Anstrich gibt. Die ausführlichen Gespräche über politische und philosophische Themen wirken manchmal allerdings aufgesetzt, so als wären sie der eigentliche Anlass für den Autor, diese sehr leise und unspektakuläre Liebesgeschichte zu erzählen.
Walter Brunhuber
rezensiert für den Borromäusverein.
Schattenriss oder die Kur in Bad Schönenborn
Wolfgang Bittner
Thiele (2011)
240 S.
fest geb.