Hellers allmähliche Heimkehr

Martin Heller, ehemaliger Chefredakteur einer großen rheinischen Zeitung, entschließt sich, nach seiner Scheidung in sein Heimatstädtchen Salfelden zurückzukehren und dort für das Lokalblatt zu arbeiten. Von seinen alten Schulkameraden wird er Hellers allmähliche Heimkehr mit offenen Armen empfangen. Als neuer Chefredakteur muss er eine Gratwanderung machen zwischen den privaten Interessen und Ansichten des Verlegers und der eigenen Überzeugung. Schnell wird ihm klar, dass der Verleger zusammen mit dem Polizeichef und anderen lokalen Größen eine rechtsradikale Gruppe deckt. Heller versucht, die Beweggründe dieser Leute zu verstehen. Auch stößt er auf Korruption und Filz, und wieder riskiert er mit seinem Gerechtigkeitswahn und seiner Wahrheitssuche seinen Job. Zum Glück hat er Freunde, mit denen er über die politischen Missstände diskutieren kann; auch findet er eine neue Liebe. - Der Autor kritisiert die Selbstsucht von Politikern und Unternehmern. Im Streben nach immer mehr Macht und Geld sieht er den Grund für den vermeintlichen Niedergang der Gesellschaft. Mit der Geschichte eines Zeitungsmannes, der gegen Korruption und Filz kämpft, hat der Autor ein politisch sehr engagiertes Buch geschrieben. Gleichwohl leidet die Story durch das entschiedene Engagement des Autors, seine Botschaft über die verheerenden Folgen eines allzu ausgeprägten Kapitalismus, dem jeder "Humanismus", jede Empathie fehlt, zu vermitteln. Dennoch gute Unterhaltung für Leser, die wissen wollen, wie Filz und Korruption in der heutigen Gesellschaft funktionieren und die sich an dem engen Druckbild nicht stören.

Ileana Beckmann

Ileana Beckmann

rezensiert für den Borromäusverein.

Hellers allmähliche Heimkehr

Hellers allmähliche Heimkehr

Wolfgang Bittner
Thiele (2012)

241 S.
fest geb.

MedienNr.: 573927
ISBN 978-3-940884-93-0
9783940884930
ca. 19,90 € Preis ohne Gewähr
Systematik: SL
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