Als Häschen den Käpt'n absetzte
Enttäuscht von der mangelnden Solidarität der Waldtiere haben Häschen und seine Freunde den heimatlichen Wald verlassen und schippern auf einem Floß einem neuen Leben entgegen. Ehe das aufregende Leben auf dem Fluss zum Alltag werden kann, treffen
sie bei einer Rast auf ein junges Auerhuhn und einen kleinen Stier, die beide ihre Hilfe benötigen. Häschen ist natürlich sofort bereit, ihnen einen Platz auf dem Floß anzubieten. Doch er hat nicht mit dem Einspruch von Matze Bär gerechnet, der auf seiner Befehlsgewalt als Käpt'n besteht und die Aufnahme der beiden Fremden kategorisch ablehnt. Auch wenn es ihm schwerfällt, seinem Freund zu widersprechen, kann der kleine Hase diese für ihn nicht verständliche Machtdemonstration nicht einfach hinnehmen und fordert eine allgemeine Diskussion und eine demokratische Abstimmung. Es kommt zur Meuterei ... - In dieser direkten Fortsetzung ihrer liebenswerten und sehr eigenwilligen Tiergeschichte rund um das mutige und prinzipientreue Häschen (vgl. BP/mp 10/184) erzählt die Autorin, was die mutigen kleinen Auswanderer auf ihrer abenteuerlichen Reise erleben. Das enge Miteinander der vielen kleinen Individualisten wird schnell zur großen Herausforderung, und schon bald muss sich jeder von ihnen entscheiden, welchen Standpunkt er in den wichtigen Fragen dieser Schicksalsgemeinschaft einnehmen will. Erneut überzeugen Hensgens ungewöhnlicher Erzählstil, ihre pointierte Sprache und ihre Fähigkeit, sehr eigenwillige und überzeugende Charaktere zu erfinden, mit denen sich Kinder bestens identifizieren können. Eine lesenswerte Geschichte über Sturheit und Großmut, Gerechtigkeit und ehrliche Freundschaft weit jenseits konventioneller Serienproduktion. Sehr zu empfehlen.
Angelika Rockenbach
rezensiert für den Sankt Michaelsbund.
Als Häschen den Käpt'n absetzte
Andrea Hensgen
Jacoby & Stuart (2010)
181 S. : Ill.
fest geb.
Borromäus-Altersempfehlung: ab 10