Im Norden der Dämmerung
Mugdi und Gacalo, ein somalisches Paar, leben seit Langem in Oslo und haben dort ihre Kinder aufgezogen. Ihr Sohn jedoch hat sich Dschihadisten angeschlossen, ist nach Somalia gegangen, wo er kämpft und mordet. Er verachtet alles und jeden, der nicht
seiner politischen und religiösen Meinung folgt. Als er bei einem Bombenattentat ums Leben kommt, nehmen seine Eltern seine Witwe mit ihren Kindern bei sich auf - nach langen Überlegungen und mit Bedenken. Die Witwe stellt sich als streng religiös heraus, ihr Sohn fühlt sich als Mann in der Familie und ihre Tochter wurde im Flüchtlingslager vergewaltigt. – Nuruddin Farah stammt aus Somalia, lebt in Kapstadt und gilt als einer der bedeutendsten zeitgenössischen Schriftsteller Afrikas. Er schildert unprätentiös sowohl die schwierige Lage innerhalb dieser "Familie" als auch den Rassismus in Norwegen. Ein etwas karges Buch über den Zusammenprall unterschiedlicher Kulturen sowohl innerhalb als auch außerhalb dieser Familie. Empfohlen nur bei besonderem Interesse an Themen wie Integration, Fundamentalismus und Situation afrikanischer Flüchtlinge in Europa.
Ruthild Kropp
rezensiert für den Borromäusverein.
Im Norden der Dämmerung
Nurrudin Farah ; aus dem Englischen von Wolfgang Müller
Verlag Antje Kunstmann (2020)
350 Seiten
fest geb.