Für Dancing Boy
Wir befinden uns im Jahr 2050+. Norwegen wird von einer totalitären, links-grünen Partei regiert, die sich massiv in das Privatleben der Bürger einmischt. Lizzy und ihr Mann Boje betreiben das „Pure Pleasure“, eine „Orgasmerie“, in der Menschen
per Virtual Reality ihre sexuellen Träume ausleben können. Durch die Arbeit werden sie und ihre Tochter zu Außenseitern. Als Lizzy bei einem ihrer Kunden ein Muttermal entdeckt, das ihr Sohn trug, den sie als Leihmutter ausgetragen hat, bricht sie mit den Regeln, Kunden nicht außerhalb der Orgasmerie zu treffen. Eine Dystopie, die irgendwie so nebenher läuft (gewollt oder nachlässig geschrieben?), eine Handlung, in der geredet und geredet und geredet wird, Protagonisten, die ziemlich flach bleiben – interessant an dem Buch ist der unverkrampft-selbstverständliche Umgang mit der Sexualität und sexuellen Fantasien. Außerdem hat die Figur der Lizzy etwas mehr Tiefe. Trotzdem: Ein Buch, das seltsam leer ist. Dafür ist das Budget zu schade.
Ruthild Kropp
rezensiert für den Borromäusverein.
Für Dancing Boy
Sara Johnsen ; aus dem Norwegischen von Anja Lerz
Verlag Antje Kunstmann (2023)
343 Seiten
fest geb.