Mein Leben als Siebzehnjährige

Esther, eine Heranwachsende aus einem wohlhabenden Pariser Stadtteil, steht kurz vor ihrem Abitur. Da ihr ihre Bildung wichtig ist, wird es eine stressige Zeit, durch die die Leser:innen sie begleiten, wieder gezeichnet und erzählt von einem Freund Mein Leben als Siebzehnjährige der Familie. Diese Familie erscheint fast wie eine Vorzeigefamilie. Zwar haben alle Mitglieder kleine Schwächen, aber Esther behält auch dann Respekt und Zuneigung, wenn sie kritische Gedanken äußert. Bei den kleinen familiären Kabbeleien spielt nun auch Politik eine Rolle. Esther beginnt, sich dafür zu interessieren, auch wenn die typischen Probleme einer Siebzehnjährigen – Jungs, ihr Aussehen, ihre Freundinnen, Schulnoten – einen wichtigeren Part in ihrem Leben spielen. Bei den Präsidentschaftswahlen beginnt sie, Stellung zu beziehen und vor allem die Argumente und das Verhalten der Erwachsenen kritisch zu kommentieren. Wie in den vorherigen Bänden erscheint Esther als liebenswerte Tochter, wegen ihrer privilegierten Stellung nicht unbedingt repräsentativ, aber durchaus als Vorbild geeignet, und wegen ihrer gelegentlichen Ausraster auch authentisch. Da gibt es Parallelen zu der ebenfalls als autobiografisch präsentierten Comicserie über Mira von Sabine Lemire und Rasmus Bregnhøi (Band 7 in diesem Heft), die allerdings näher an der Lebensrealität durchschnittlicher Mädchen erscheint.

Lotte Schüler

Lotte Schüler

rezensiert für den Borromäusverein.

Mein Leben als Siebzehnjährige

Mein Leben als Siebzehnjährige

Riad Sattouf ; aus dem Französischen von Ulrich Pröfrock
Reprodukt (2024)

Esthers Tagebücher
54 Seiten
fest geb.

MedienNr.: 618470
ISBN 978-3-95640-419-1
9783956404191
ca. 24,00 € Preis ohne Gewähr
Systematik: J
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