Mein Leben als Achtzehnjährige
Esthers Leben wird in diesem Band vor allem von den Vorbereitungen auf die Abschlussprüfung an ihrem Elite-Gymnasium bestimmt. Sie ist ehrgeizig, zeigt aber auch typisches Verhalten von Jugendlichen wie Episoden mit jungen Männern, politische Aktivitäten,
dem Ausprobieren von Mode, Überlegungen zum Studium und Diskussionen mit den Eltern. Das scheinen nur Unterbrechungen ihres exzessiven Lernens zu sein, bis sie am Ende ihr gutes Abitur in der Tasche hat. Wie in den vorangegangenen Bänden (zuletzt: BP/mp 25/98) bleibt Esther bei allen Aktivitäten die Tochter, die viele Eltern gerne hätten. Sie teilt mit den Leser:innen ihre Gedanken zu politischen Themen und zu ihren Mitmenschen. Dabei scheint einiges eher die Meinung des Autors zu sein als die der realen Esther. Eine reale Esther gibt es tatsächlich, lässt der Autor seine Comic-Figur betonen. Am Ende lässt der Autor Esther die Geschichte ihrer Großeltern mütterlicherseits erkunden. Die stammen aus Ägypten und Syrien, was Anlass zu Überlegungen gibt, wo die Wurzeln eines Menschen liegen – ein Hinweis auf die eigene Geschichte des syrisch-französischen Autors. Mit Humor und präziser Beobachtung gelingt es ihm, sich in die Gedanken einer Jugendlichen hineinzuversetzen. Dabei wird Esthers Geschichte persönlich und dabei gleichzeitig universell, was sie für entsprechend interessierte Jugendliche, und auch Erwachsene, interessant macht.
Lotte Schüler
rezensiert für den Borromäusverein.
Mein Leben als Achtzehnjährige
Riad Sattouf ; aus dem Französischen von Ulrich Pröfrock
Reprodukt (2025)
Esthers Tagebücher
54 Seiten : farbig
fest geb.