Die Galerie des Wahnsinns
Der heutigen Sensationsgier geschuldet, werden 100 auf den ersten Blick fremdartig-rätselhafte europäische wie außereuropäische Objekte unterschiedlichster Art ("exzentrische Kunstschätze") präsentiert: So finden sich hier beispielsweise die
Himmelsscheibe von Nebra, die "Arnolfini-Hochzeit" des Jan van Eyck, der "Garten der Lüste" des Hieronymus Bosch, die Darstellung eines Einhorns, eines Jüngsten Gerichts und von Episoden aus Heiligenlegenden oder eine Radierung aus Piranesis "Carceri", die Charakterköpfe des Franz Xaver Messerschmidt, einschlägige Werke von Füssli und Goya, surrealistische und spiritistische Kunst usw. bis zu den Performances von Marina Abramovic und KI-Erzeugnissen. Es werden deren Entdeckungs- bzw. Entstehungsgeschichte im Kontext der jeweiligen Epoche geschildert, zu einer Deutung kommt es über Fragezeichen bzw. über Hinweise auf das Unterbewusstsein hinaus kaum. Es erhebt sich natürlich schon die Frage, ob man eine solche Publikation in einer Bücherei benötigt. Andererseits lässt sich vielleicht damit Interesse für Kunst bei einer Zielgruppe wecken, die sonst gar nichts mit Kunstgeschichte anzufangen weiß.
Lothar Altmann
rezensiert für den Sankt Michaelsbund.
Die Galerie des Wahnsinns
Edward Brooke-Hitching ; aus dem Englischen von Lutz-W. Wolff
Knesebeck (2025)
255 Seiten : zahlreiche Illustrationen (überwiegend farbig)
fest geb.