Wie du mich ansiehst
Die in Hamburg lebende Floristin Johanna ist Mitte 40, verheiratet, Mutter einer Teenager-Tochter und hadert mit dem Älterwerden. Ihre deutlich jüngere Mitarbeiterin Ruby bringt frischen Wind in ihr Leben, stiftet sie aber auch zu risikobehafteten
Aktionen an. Johannas kürzlich verstorbener Vater hat ihr ein Gartengrundstück vererbt, das für sie ein Rückzugsort wird und letztendlich einen Neubeginn ermöglicht. – Eva Lohmann erzählt feinfühlig und unaufgeregt über die Tücken des Lebens und die Gefühlszustände einer Frau kurz vor der Menopause. Man kann sich gut in die Protagonistin einfühlen. Nur dass ein missglückter Schönheitseingriff als sehr viel dramatischer dargestellt wird als ein Verdacht auf Krebs, ist etwas verwunderlich. Abgesehen davon handelt es sich hier um einen schönen, leisen Roman über die Neujustierung in der Lebensmitte.
Franziska Knogl
rezensiert für den Sankt Michaelsbund.
Wie du mich ansiehst
Eva Lohmann
Eisele (2024)
237 Seiten
fest geb.