Die Einstein-Vendetta
Robert Einstein und seine Familie erwerben Mitte der 1930er-Jahre den Landsitz 'Villa Il Focardo' in der Nähe von Florenz. Bis 1944 bleibt die Familie im Großen und Ganzen unbehelligt, bis eine Gruppe deutscher Soldaten sie ermordet. Die Hinrichtungen
kurz vor dem Rückzug der Deutschen aus Florenz waren ein geplanter Racheakt, da Roberts bekannter Cousin Albert Einstein als Gegner der Nazis galt. Robert entkam dem Massaker in der 'Villa Il Focardo', da er sich – als einziger Jude der Familie – bereits seit Längerem im Wald versteckte. Etwa ein Jahr später beging er, getrieben von Schuldgefühlen, Selbstmord. – Thomas Harding zeichnet den Lebensweg Robert Einsteins nach und schildert die Tragödie aus der Perspektive mehrerer Zeugen sowie schriftlicher Dokumente. Sein Buch ist nicht nur eine Aufarbeitung der Ereignisse einschließlich der jahrzehntelangen Suche nach den Verantwortlichen, es ist auch eine Geschichte von Solidarität und Hilfsbereitschaft. Die italienischen Freunde der Familie, darunter Arbeiter von 'Il Focardo', taten alles, um die Einsteins zu schützen und – nach den brutalen Morden – ihrem patrone zu helfen und ihm Mut für ein neues Leben zu geben. Vergeblich.
Walter Brunhuber
rezensiert für den Borromäusverein.
Die Einstein-Vendetta
Thomas Harding ; aus dem Englischen von Nicola T Stuart
Verlagshaus Jacoby & Stuart (2025)
318, [16] Seiten : Illustrationen (überwiegend farbig)
fest geb.