Herr der Fliegen
Die ersten Seiten dieser Graphic Novel gaukeln durch Farbgebung der Landschaft und die Fröhlichkeit des Protagonisten Ralph Idylle, Leichtigkeit und Unschuld vor, die im Verlauf der Geschichte ein jähes Ende finden. Vor den Kriegsschrecken evakuierte
britische Schuljungen im Alter von 6 bis 12 Jahren stürzen über dem Pazifik auf eine einsame Insel ab. Der besonnene und freundliche Ralph versucht mit Unterstützung des klugen Piggy, eine an festen Regeln orientierte Gemeinschaft zu bilden. Sein Gegenspieler ist Jack, Sprecher des Chores mit meist älteren Jungen. Er fühlt sich überlegen, opponiert zunächst verbal, dann auch durch Handlungen, durchbricht sogar gesellschaftliche Tabus. Schließlich beansprucht er die Rolle des Anführers und manipuliert die immer größer werdende Gruppe Kinder, die sich um ihn schart. Ihre zunächst spielerischen Schlachtrufe verkehren sich in bitteren Ernst und fordern nicht nur Tieropfer. Die Rettung der Jungen erfolgt ausgerechnet durch ein Kriegsschiff. – Eng an den Kapiteln und der Sprache des Originals, gelingt der Autorin (u.a. "Tage des Sandes" – BP/mp 23/757) eine eindrucksvolle Adaption von "Lord of the Flies". Unheimliches, Gewalt- und Todesszenen sind künstlerisch sehr gut umgesetzt, können Leser:innen in ihrer Bildhaftigkeit aber auch erschüttern. – Für Graphic Novel-Bestände empfehlenswert.
Margit Düing Bommes
rezensiert für den Borromäusverein.
Herr der Fliegen
William Golding ; Adaption und Illustrationen von Aimée de Jongh ; aus dem Englischen von Tanja Krämling
Splitter (2024)
343 Seiten : farbig
fest geb.