Die Göttin ohne Gesicht
Eine Woche in einem Ferienhaus am Meer, dazu eine Schatzsuche in einer herrschaftlichen Villa und für zwei Tage kommen die Freundinnen vorbei! Dies ist ein großzügiges Geschenk der Mutter an Crissi, die davon sehr begeistert in ihrem Tagebuch berichtet.
Die Tour im Herrenhaus beinhaltet ein Rätsel, an dessen Lösung Crissi und der Sohn der Gastgeber tüfteln. Doch bald stoßen sie auf ein Familiengeheimnis von Crissis Mutter, die darüber nicht gerade erfreut ist ... Der Plot hat sich bewährt: wie schon in den Vorgängerbänden wird von einem einschneidenden Erlebnis erzählt, wobei viele bildnerische Elemente aufgerufen werden. Doch mehr als sonst notiert die junge Tagebuchschreiberin Missstimmungen, Ängste und Konflikte mit ihrer Mutter. Dies scheint dem Mädchen an der Schwelle zur Pubertät sehr zu schaffen zu machen, ebenso wie der frühe Verlust ihres Vaters, an den sie sich kaum noch erinnern kann. Hier klingen also eine Reihe von Problemen an, mit denen womöglich einige der Leser:innen ebenfalls zu kämpfen haben. Trotz einiger Ungereimtheiten (die hoffentlich in den folgenden Bänden gelöst werden), bietet diese Graphic Novel einige Themen zum Überdenken, zumal der bunte Collage-Mix der Gattungen ein sehr attraktives Stilmittel ist, das nicht nur diese Altersgruppe ansprechen wird. Es ist erfreulich, dass diese "Krimi"-Reihe (zuletzt: BP/mp 27/828) persönliche Krisen nicht ausblendet, sondern dazu aufruft, sich ihnen zu stellen und sich Hilfe in der Familie oder im Freundeskreis zu suchen. Empfehlenswert!
Dominique Moldehn
rezensiert für den Borromäusverein.
Die Göttin ohne Gesicht
Joris Chamblain - Aurélie Neyret ; aus dem Französischen von Tanja Krämling
toonfish (2025)
Crissis Tagebücher ; Band 4
75 Seiten : farbig
fest geb.
Borromäus-Altersempfehlung: ab 12