Eine lange Reise
Crissis Mutter und ihr Freund Stefan hatten eine außergewöhnliche Idee: eine Weltreise könnte die neue kleine Familie richtig zusammenschweißen. Crissi und Stefans Sohn Valentin besuchen eine Fernschule und gereist wird (fast) ausschließlich mit
Schiff, Bus oder Bahn. Was Crissi in Nordeuropa und Italien, in Westafrika und Lateinamerika erlebt, hält sie wie gewohnt in ihrem Tagebuch fest, das diesmal auch als Album für Souvenirs fungiert. Crissi feiert auf dem Schiff ihren 13. Geburtstag - sie ist nun alt genug, um die spezifischen Kulturräume und die Schönheiten der Natur zu würdigen. Zudem entwickelt sie ein Problembewusstsein für Umweltfragen, was in einem "Manifest" mündet, mit dem die Welt gerettet werden soll. Etwas glaubwürdiger wirken ihre Versuche, die Eindrücke in Aquarellen festzuhalten; neben dem Schreiben ist das Malen ein wichtiger Ausdruck ihrer Kreativität, was möglicherweise auch unter den Leserinnen fruchten wird. Die witzigen Kritzeleien und Randbemerkungen lockern die längeren Reiseberichte auf. So geht mit der bunten Mischung an Techniken das Konzept dieser Reihe erneut auf. Auch wenn das Mädchen aus dem normalen Alltag herausgehoben wird, bleibt sie als sympathische, zupackende Figur charakterfest. Von ihrer Reise durch die Pubertät kehrt sie gereift zurück.
Dominique Moldehn
rezensiert für den Borromäusverein.
Eine lange Reise
Joris Chamblain - Aurélie Neyret ; aus dem Französischen von Tanja Krämling
toonfish (2026)
Crissis Tagebücher ; Band 6
75 Seiten : farbig
fest geb.
Borromäus-Altersempfehlung: ab 9