Desolation Hill
Senior Constable Paul Hirschhausen tut unverdrossen schon im vierten Band (zuletzt: BP/mp 23/965) seinen Dienst in Tiverton im australischen Outback. Hirschhausens Polizei-Alltag gleicht manchmal eher dem eines Sozialarbeiters. Drogenprobleme, soziale
Verwahrlosung, Rassismus, Corona-Leugner und Cybermobbing machen auch vor dem dünn besiedelten Buschland nicht halt. "Hirsch" hat es dabei nicht so mit der Polizeihierarchie, sondern hält es gelegentlich eher mit dem gesunden Menschenverstand als mit den Vorschriften. Sein Revier ist ungefähr so groß wie Belgien und ausgerechnet eine Belgierin taucht bei ihm auf, weil sie auf der Suche nach ihrem verschwundenen Sohn ist. Willi Van Sant hatte auf einer abgelegenen, riesigen Schaffarm gejobbt. – Ein weiteres, grandioses Buch von Altmeister Gary Disher, der schon mit vielen Preisen ausgezeichnet wurde. Dabei ist es weniger ein Krimi, sondern mehr ein brandaktueller Gesellschaftsroman, der die politischen und sozialen Abgründe im scheinbar so friedlichen Australien aufzeigt. Gerne empfohlen!
Marion Sedelmayer
rezensiert für den Sankt Michaelsbund.
Desolation Hill
Garry Disher ; aus dem Englischen von Peter Torberg
Unionsverlag (2025)
352 Seiten
fest geb.