Alexander

Bei einem Krieg zwischen zwei Herrschern/Nachbarn hat es viele Tote gegeben. Die Bürger der einen betroffenen Stadt, Kaliste, konnten sich von ihrem Tyrannen befreien, wollen künftig friedlich miteinander leben und kommen zu dem Schluss, dass es Alexander dafür aber gerechte Gesetze geben muss. Nur, was sind gerechte Gesetze? Der Junge "Alexander", der als Kind unschuldig per se ist und sich zudem durch eine schwierige Rätsellösung als besonders klug erwiesen hat, wird auserkoren, in der großen Stadt danach zu forschen. Die Zeit drängt. Innerhalb von sieben Tagen muss er mit Ergebnissen zurück sein – sonst greift der Herrscher des Nachbarstaates abermals an. – Ferdinand von Schirach erzählt ein philosophisches Abenteuer, in dessen Zentrum die Errichtung einer demokratischen Gesellschaft steht. Dabei lässt er Alexander berühmte Philosophen wie z.B. Diogenes treffen und mit Orakeln debattieren. Obwohl nicht explizit erwähnt, ist die Geschichte irgendwann im antiken Griechenland angesiedelt. Durchaus interessante Fragestellungen, die die Themen Gerechtigkeit, Freiheit und Vielfalt streifen und in dem Fazit über die Unantastbarkeit der Würde des Menschen münden. Während die Erzählungen von Schirach, die sich an erwachsene Leser:innen wenden, aber immer Spielraum für eigene Überlegungen lassen, wirkt diese Geschichte sehr pädagogisch und Alexander als mögliche Identifikationsfigur eher altklug. Dennoch: das Thema Demokratie ist wichtig und mit Nachfrage wird zu rechnen sein.

Anna Winkler-Benders

Anna Winkler-Benders

rezensiert für den Borromäusverein.

Alexander

Alexander

Ferdinand von Schirach ; mit Zeichnungen des Autors
Penguin JUNIOR (2026)

149 Seiten : Illustrationen (farbig)
fest geb.

MedienNr.: 624079
ISBN 978-3-328-30481-4
9783328304814
ca. 18,00 € Preis ohne Gewähr

Borromäus-Altersempfehlung: ab 10
Systematik: K
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