Alexander
Die einst friedliche Stadt Kaliste ist nach einem Krieg fast zerstört und die Überlebenden ringen um eine neue Form des Zusammenlebens, dafür wollen sie gerechte Gesetze. Ihnen bleibt nicht viel Zeit für ihr Vorhaben, denn sollte es misslingen,
wird der König der Nachbarstadt die Regierung übernehmen. Nach einer intensiven Diskussion kommen die Überlebenden zu dem Ergebnis, dass die gewünschten gerechten Gesetze nur ein Kind finden kann, weil dieses noch ohne Vorurteile auf das Leben blickt. Sie finden in Alexander den Jungen ihres Vertrauens und dieser übernimmt trotz großer Selbstzweifel die Aufgabe. Seine Reise führt ihn in eine Stadt, wo er auf einen Modeschöpfer, einen Soldaten, einen echten Philosophen und ein Orakel trifft. Alle befragt er, wie sie sich Gerechtigkeit und ein gutes gemeinschaftliches Zusammenleben vorstellen. Alexander hört ihnen aufmerksam zu, stellt seinerseits Fragen dazu und zieht aus den Antworten seine eigenen Schlüsse. Allmählich wird dem Jungen klar, dass ein Gemeinwesen Spielregeln benötigt, die von allen akzeptiert werden. Er versteht, dass alle Bewohner:innen der Stadt Kaliste für das Zusammenleben Verantwortung übernehmen müssen, wenn es Gerechtigkeit, Mitbestimmung und Freiheit geben soll. Nun weiß der Junge, was er zu Hause berichten kann und kehrt nach Kaliste zurück, um seine Stadt zu retten. Der Autor lässt die Geschichte in einer antiken Stadt spielen und hat viele Überlieferungen und Erzählungen aus dem alten Griechenland mit eingeflochten. Die Zeichnungen auf dem Cover und im beigefügten Booklet erinnern an den „Kleinen Prinzen“ und wirken sehr ansprechend. Vorgelesen wird das Buch vom Autor selbst. Obwohl in einfachen, gut verständlichen Worten geschrieben, ist der Text komplex und vielschichtig, lädt zum Nachdenken und zu Gesprächen ein. Das Hörbuch ist allen Altersgruppen sehr zu empfehlen.
Leoni Heister
rezensiert für den Borromäusverein.
Alexander
Ferdinand von Schirach liest
der Hörverlag (2026)
2 CDs (circa 140 min)
CD
Borromäus-Altersempfehlung: ab 10