Die Kryptografin
Die junge Margot ist glücklich, dass sie in den 1950er-Jahren einen Studienplatz in Mathematik erhalten hat, obwohl ihr überfürsorglicher Dauerfreund Jasper nichts davon hält. Mit ihrer Freundin Sue, die davon träumt, Journalistin zu werden und
für Frauenrechte zu kämpfen, sich aber um ihre beiden kleinen Schwestern kümmern und Geld verdienen muss, besucht sie Diskussionen im Amerikahaus. Dort werden Themen behandelt wie Demokratie, Politik, Atomwaffenstandorte, Nato und Warschauer Pakt, und dort trifft sie auf den Organisator Willi, dessen Toleranz und Feinfühligkeit sie beeindruckt. Zu ihrem scharfen mathematischen Verstand gesellt sich ihre Synästhesie: Sie kann Farben hören, Töne riechen, oder Zeitabläufe als farbige Strukturen wahrnehmen. Obwohl ihr diese Fähigkeit beim Dechiffrieren von Codes hilft, glaubt sie, es könne eine psychische Erkrankung sein. Doch ein Werber des Geheimdienstes, der die Vorlesungen besucht und dem ihre Begabung auffällt, kann sie beruhigen und für seine Behörde interessieren, wo sie als Kryptologin arbeiten kann. Nach vielen Schikanen durch ihre Vorgesetzte lernt Margot sich zu behaupten. – Ein gut und spannend geschriebener Roman in der Reihe der aktuell beliebten Frauenromane, die starke Frauen in den Mittelpunkt stellen, die sich in der Männerwelt durchzusetzen versuchen.
Ileana Beckmann
rezensiert für den Borromäusverein.
Die Kryptografin
Hanna Aden
Penguin Verlag (2025)
477 Seiten
kt.