Fernwehland
25 Jahre lang war die als "Stockholm" gebaute "Völkerfreundschaft" als Kreuzfahrtschiff für verdiente Parteimitarbeiter unter der DDR-Flagge unterwegs. Simone und Henri, die in den 60ern Teil der Bordbesatzung waren, fahren nach Jahrzehnten als Passagiere
mit dem Schiff und treten damit auch eine Reise in die Vergangenheit an. Auf der zweiten und heutigen Zeitebene sind sie sich wieder begegnet und können auch mit der problematischen Vergangenheit des einander Verlierens und der Rolle von Henris Familie abschließen. Die Familiengeschichte beginnt vor dem Zweiten Weltkrieg in einem Ort in der Nähe von Dresden. Nach "Die Sehnsucht nach Licht" (BP/mp 23/406) wieder ein empfehlenswerter Roman der Autorin, der in vielen Büchereien seinen Platz finden kann.
Michael Müller
rezensiert für den Borromäusverein.
Fernwehland
Kati Naumann
HarperCollins (2025)
413 Seiten
fest geb.