Pudels Kern

Rocko Schamoni entdeckt seine Tagebücher wieder, die er von 1985 (als 19-Jähriger) bis 2011 verfasst hatte. Er stellt sich dem, der er einst war und der ihm heute fremd und vertraut zugleich vorkommt. „Ich habe alles an Selbstachtung verloren“, Pudels Kern schreibt sein jüngeres Ich. Er will erwachsen und männlich sein, und es zieht ihn nach Hamburg, nach St. Pauli. Er will Musik machen und Künstler werden. Er trifft die Goldenen Zitronen, die Ärzte, die Neubauten und unzählige andere Musiker. Rocko Schamoni, wie er sich nun nennt, ist auf der Suche nach sich selbst. Er reist durch die Jahre des deutschen Punks und probiert aus, was „von außen spannend ausgesehen haben mag, sich innen aber unsicher und hohl anfühlte“. Rocko erhöht seine Idole und merkt schließlich: Das ist es nicht. Selbst ein großer Plattenvertrag bringt ihm nicht die Bedeutung, die er sich ersehnt. Seine maximalen Hoffnungen enden immer wieder in Alkohol oder Drogen, mit denen er sich zu therapieren glaubt. Es ist keine leichte Kost - grenzwertig, schmerzlich und mitunter schwer zu verstehen – die den Leser:innen einen Blick in die Psyche und Erfahrungen des Protagonisten verschafft und die ihn – wie er sagt – zu dem gemacht haben, der er heute ist. Ein Buch für Fans und Zeitgenossen.

Christiane Raeder

Christiane Raeder

rezensiert für den Borromäusverein.

Pudels Kern

Pudels Kern

Rocko Schamoni
hanserblau (2024)

300 Seiten
fest geb.

MedienNr.: 617986
ISBN 978-3-446-27936-0
9783446279360
ca. 26,00 € Preis ohne Gewähr
Systematik: SL
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