Wohnen

Die Reihe „Leben“ des Hanser Verlags beschäftigt sich mit zehn wichtigen Themen des Lebens. Nach Schlafen, Altern, Lieben und Streiten schreibt Doris Dörrie im aktuellen Band über das Wohnen. Sie erinnert sich an das Haus ihrer Kindheit. Das Wohnen Elternhaus ihres Vaters wurde nach dem Zweiten Weltkrieg aus Trümmern wieder aufgebaut. Als einzige von vier Schwestern hat sie ein eigenes Zimmer, das sie schon früh als Rückzugsort genutzt hat. Sie beschreibt die Küche als Reich der Mutter, die dreimal am Tag auf gemeinsamen Mahlzeiten bestand, obwohl sie nie gerne gekocht hat. Einen Raum für sich hat die Mutter nie besessen. In ihrer Erinnerung wandert Dörrie durch viele Räume, die sie bewohnt und besucht hat. In den USA kommt sie als junge Frau wegen Geldmangels in einem Obdachlosenheim unter und besichtigt an den Wochenenden Villen, die zum Verkauf stehen, und stellt sich ein Leben in diesen Räumen vor. Sie sucht in allen Häusern nach dem Zimmer der Frau. Als sie mit ihrer Tochter schwanger ist, kauft sie sich mit ihrem Mann ein altes Bauernhaus in Bayern. Dörrie erzählt von persönlichen Räumen, von inneren und äußeren Räumen sowie der politischen Bedeutung des Wohnens. Welche Räume haben uns geprägt? Was braucht es, damit wir uns „zu Hause“ fühlen? Sehr empfohlen!

Susanne Emschermann

Susanne Emschermann

rezensiert für den Borromäusverein.

Wohnen

Wohnen

Doris Dörrie
Hanser Berlin (2025)

Leben
122 Seiten
fest geb.

MedienNr.: 621468
ISBN 978-3-446-27963-6
9783446279636
ca. 20,00 € Preis ohne Gewähr
Systematik: Li
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