Bretonische Sehnsucht
Commissaire Dupin ermittelt wieder. Diesmal auf der kleinen Insel Ouessant - die westlichste Siedlung Frankreichs. Der keltische Musiker Lionel Saux wird tot im Meer gefunden, genau wie kurz darauf zwei weitere Männer. Dupin und sein Kollege Riwal
tappen lange im Dunkel. Erschwerend hinzu kommt, dass auf den Kopfkissen der drei Männer uralte Wachskreuze gefunden werden - ein veralteter Brauch für Seeleute, die nicht gefunden wurden. Was hat es damit auf sich? Und warum meldet immer die 90-jährige Sybil Jaouen den Fund der Leichen? - Der Autor hat sich mit der Wahl des Schauplatzes auf eine äußerst mystische Insel begeben und nimmt den Leser nicht nur wie gewohnt auf eine landschaftliche Reise mit, sondern führt auch in die Sagen und Legenden der Insel ein. Es scheint, als gäbe es auf Ouessant alles, was sich eine grenzenlos dunkle Fantasie ausdenken kann. Und die ansässigen Conteuses halten die alten Geschichten um jeden Preis am Leben. Wer sich gerne in die Region der Bretagne mit all ihren Mysterien versetzen lassen will, ist hier genau richtig. Da oft vom eigentlichen Fall abgekommen wird, wird es jedoch geteilte Meinungen geben.
Corinna Meierhöfer
rezensiert für den Sankt Michaelsbund.
Bretonische Sehnsucht
Jean-Luc Bannalec
Kiepenheuer & Witsch (2024)
Kommissar Dupin ; 13
398 Seiten : Illustrationen, Karten
kt.