Über Anton Tschechow
Die Schriftstellerin Helga Schubert schreibt in einem weiteren Band der Reihe „Bücher meines Lebens“ über den von ihr verehrten Autor Anton Tschechow. Als junge Studentin der Psychologie mit einem Neugeborenen befindet sie sich in einer Lebenskrise.
Die Beziehung zum Vater des Säuglings ist gescheitert, als sie über eine kurze Erzählung Tschechows stolpert. „Gram“ oder in anderer Übersetzung auch „Kummer“ beschreibt einen Kutscher, der seinen Sohn verloren hat und niemanden findet, dem er sein Leid anvertrauen kann. Schubert hat diese Geschichte getröstet und ermutigt, über hundertmal hat sie sie gelesen. Sie besorgt sich alles, was Tschechow geschrieben hat, und bezeichnet ihn fortan als einen Freund. Sie, die bereits weiß, dass sie selbst schreiben möchte, bewundert seine Sprachkunst. Fasziniert erläutert sie die feine Zeichnung seiner Charaktere, seinen Humor und Realitätssinn. Für eine Ostberliner Zeitung reist sie auf seinen Spuren in die Sowjetunion. Dem schmalen Band, der dazu einlädt, Tschechow zu entdecken, ist ein Vorwort des Herausgebers Volker Weidermann vorangestellt. Im Anhang finden sich die Lebensdaten Tschechows, sowie die Quellenangaben. Bei literarisch interessiertem Publikum lohnt sich die Anschaffung der Reihe, die fortgesetzt wird.
Susanne Emschermann
rezensiert für den Borromäusverein.
Über Anton Tschechow
Helga Schubert
Kiepenheuer & Witsch (2023)
Bücher meines Lebens
97 Seiten
fest geb.