Sohn ohne Vater

Feridun Zaimoglu macht es den Leser:innen mit seinem Roman und seinem Protagonisten nicht leicht. Sein Vater ist gestorben. Die Mutter informiert ihn telefonisch, sie lebt in der Türkei, ihr Sohn in Norddeutschland. Zunächst weiß er nicht, was er Sohn ohne Vater machen soll. Er hat Flugangst, will aber zur Mutter, um ihr am Grab des Vaters zur Seite zu stehen. Er kann zwei Freunde überreden, ihn mit einem Wohnmobil in die Türkei zu fahren, Geld organisiert er sich. Dann geht es auf eine abenteuerliche Reise, die ihn nicht nur von Deutschland über verschiedene Länder in die Türkei führt, sondern durch seine Erinnerungen an den Vater und seine Familiengeschichte. Es ist ein Road-Trip durch Erlebnisse und Begegnungen mit Menschen verschiedener Kulturen, durch die unterschiedlichsten Vorstellungen, Religionen und Einstellungen. Wer das Buch liest, kommt nicht darum herum, eigene Vorstellungen loszulassen und dem Protagonisten in seine Erlebnis- und Gedankenwelt zu folgen. Das bringt die Rezensentin mitunter an ihre Grenzen, dann aber wird es spannend und dicht. Verlässlich ist dabei nichts. Am Ende legt sie das Buch zur Seite – mit dem aufkeimenden Wunsch, es noch einmal zu lesen, um es wirklich zu verstehen. (Nominiert für den Deutschen Buchpreis)

Christiane Raeder

Christiane Raeder

rezensiert für den Borromäusverein.

Sohn ohne Vater

Sohn ohne Vater

Feridun Zaimoglu
Kiepenheuer & Witsch (2025)

279 Seiten
fest geb.

MedienNr.: 621183
ISBN 978-3-462-00588-2
9783462005882
ca. 24,00 € Preis ohne Gewähr
Systematik: SL
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