Nackt war ich am schönsten
Toni Bachmann ist nach Oberhessen in ihre alte Heimat gereist, um ihr Erbe abzuwickeln. Seit dem Tod der Großmutter vor 20 Jahren war sie nicht mehr in Lindbach. Ihre Mutter war damals zu betrunken gewesen, um den Notarzt für die Großmutter zu rufen.
Daraufhin hatte Toni den Kontakt abgebrochen. Und jetzt hat sie die Beerdigung ihrer Mutter verpasst! Am nächsten Morgen sieht Toni eine exzentrische Dame mit ihrem Hund im Garten des Familienhauses spazieren gehen. Auf dem Weg zum Dorf trifft Toni auf Taxi-Herbert, einen Bekannten von früher, der sie gleich als „eine von hier“ begrüßt. Er stellt die exzentrische Dame als Baroness Elsa von Freytag-Loringhoven vor, sie wohne im Gartenhaus. Eine fast vergessene Dadaistin, die 1927 in Paris an einem Gasunfall verstorben ist, wie Toni aus dem Studium weiß … Doch Elsa ist jetzt hier! – Veronika Peters, 1966 in Gießen geboren, beschäftigte sich in ihrem letzten Roman „Das Herz von Paris“ (BP/mp 22/756) mit Frauen der literarischen Avantgarde im Paris der Zwischenkriegsjahre. In ihrem neuen Roman benutzt sie die real existierende Dadaistin als Katalysator für eine Annäherung Tonis an ihre Mutter als Künstlerin. – Ein großartig versponnener Roman über weibliche Kunst und drei Generationen unangepasster Frauen.
Karin Blank
rezensiert für den Borromäusverein.
Nackt war ich am schönsten
Veronika Peters
Kindler (2024)
318 Seiten
fest geb.