Für immer, dein August
Es beginnt 1914, August ist als Deutscher in England interniert, und in seinem Heimatdorf Mühlbach fordert der Krieg immer mehr Opfer unter den Familien. Charlotte stammt auch aus Mühlbach, lebt mit ihrer aus dem Dorf verstoßenen Mutter und Stiefvater
in Bremen, ihr leiblicher Vater mit Familie in Mühlbach. Zwischen den Ereignissen der Politik kämpfen die Menschen ums Überleben und um ihre Liebe. Den Emotionen der Protagonisten hat die Autorin viel Raum gegeben. Die beiden Kriege erscheinen manchmal wie eine Kulisse, vor der sich die Menschen beweisen müssen. Als der Zweite Weltkrieg beginnt, nimmt der nationalsozialistische Terror immer größeren Raum ein. Eindrucksvoll beschreibt die Autorin, wie einige Menschen aus Überzeugung und einige aus Opportunismus zu Anhängern Hitlers werden, wie Verrat mit fürchterlichen Konsequenzen zu einer täglichen Bedrohung wird und wie Desinformationen der Diktatur die Bevölkerung lenkt. Die Parallelen zu aktuellen Ereignissen sind erschreckend. Es wäre schön, wenn Bücher wie diese die Wachsamkeit der Leser erhöhen würden. - Für die Lektüre dieses Bandes ist es nicht unbedingt erforderlich, den vorangegangenen Band der "Mühlbach-Saga" ("In Liebe, deine Lina": BP/mp 24/415) zu lesen.
Lotte Schüler
rezensiert für den Sankt Michaelsbund.
Für immer, dein August
Barbara Leciejewski
List (2024)
462 Seiten
kt.