Die schwebende Stadt
Mit einem Prolog, der fünf Jahre zuvor ansetzt, beginnt ein packendes Abenteuer um die Hauptfigur Nargis, die ihre Eltern durch eine Gewalttat verlor. Trotz der Gehbehinderung, die sie mit ihrer besonderen Krücke verbindet, ist sie neugierig und
nicht einzuschüchtern. Denn ihre besondere Gabe, die Elementargeister singend zu befehligen, verleiht ihr unbändigen Eigensinn. Das Land ist ausgetrocknet, weil seit Jahren der Monsun ausgeblieben ist und das Volk von den geflügelten Kriegern, den Gartudas, unterdrückt wird. Die Erdverbundenen (die Menschen) sind dennoch versessen darauf, das gefiederte Volk der Gartudas zu imitieren. Das mitreißende Abenteuer in einer fantastisch-orientalischen Wüstenwelt beginnt, als Nargis und Arjuna den schwerverletzten jungen Raubvogel-Lord finden. Mistral ist der Sohn des Herrschers der schwebenden Stadt Alamut. Er konnte fliehen, als der Großwesir Shamshir mit einem Putsch die Macht an sich riss. Von Abenteuerlust und Ausweglosigkeit getrieben, stürzen sich Arjuna und Nargis mit Mistral in ein gefahrenvolles Abenteuer, um ihm zu helfen, den Thron zurückzuerobern. Nach etlichen Wendungen und atemberaubenden Kämpfen klären sich auch für Nargis die Umstände des Todes ihrer Eltern auf. – Die Themen Machtmissbrauch und Kampf gegen die Mächtigen werden mit Figuren aus der indischen Götter- und Heldenwelt erzählt. Vögel sind hier nicht nur Tiere, sondern zentrale Wesen, die göttliche Eigenschaften verkörpern. Ein rasanter Abenteuerroman, der mit originellen Charakteren bildgewaltig und mit enormem Sprachwitz in beständiger Spannung vom Kampf ums Überleben erzählt. Ein Pageturner mit Sogwirkung, mit dem man lesend in eine unbekannte Welt eintaucht und die Fortsetzung kaum erwarten kann. Eine Hommage an die Geschichten von 1001 Nacht.
Manuela Hantschel
rezensiert für den Borromäusverein.
Die schwebende Stadt
Sarwat Chadda ; aus dem Englischen von Fabienne Pfeiffer
Schneiderbuch (2025)
Storm singer
398 Seiten
fest geb.
Borromäus-Altersempfehlung: ab 10