Wir zwei gegen die Pissratten
Kaj ist der beste kleine Bruder, den man sich vorstellen kann. Und Krister ist der beste große Bruder, den man sich vorstellen kann. Beide zusammen sind eigentlich unschlagbar. Eigentlich … Denn alles wird anders, als Krister nach und nach zum Mobbingopfer
einer Dreiergruppe skrupelloser Jungs wird, die die gleiche Schule besuchen wie die beiden Brüder. Obwohl Kaj und seine selbstbewusste Freundin Naima die Lehrerin informieren, hilft deren punktuelles Eingreifen nur kurzfristig. Immer wieder lauert die Dreiergang um Anführer Sacke ihrem Opfer Krister auf. Sie beleidigen und schikanieren ihn, zerstören wertvolle persönliche Dinge und schrecken auch vor körperlicher Gewalt nicht zurück. Als sie auch noch den letzten Rückzugsort von Krister, Kaj und Naima hinter einer Hütte auf dem Schrottplatz ausfindig machen, spitzt sich die Lage zu. Krister will keine Erwachsenen einschalten, da er Angst hat, damit alles nur noch schlimmer zu machen und resigniert in der Rolle des Opfers. Naima und Kaj sehen keinen anderen Ausweg als selbst einen Racheplan zu schmieden und in die Tat umzusetzen. Die Situation eskaliert und endet beinahe in einer Tragödie. – Sehr authentisch werden in dieser Geschichte die unterschiedlichen Rollen und typischen Verhaltensmuster innerhalb einer Mobbingsituation dargestellt. Besonders intensiv erlebt man die widerstreitenden Gefühle des Ich-Erzählers Kaj, der zwischen Solidarität zu seinem Bruder, dem Wunsch, sich seinem Vater mitzuteilen, Loyalität zum Racheplan seiner besten Freundin Naima und dem unterschwelligen Gefühl, dass das alles so nicht richtig sein kann, hin und her schwankt. Erst als Kaj den Mut findet, auf seine eigene Stimme zu hören, kommt er zu Handlungen, die letztlich entscheidend sind. Dem Autor gelingt es auf besondere Weise, gleichzeitig humorvoll zu erzählen und der Schwere des Themas gerecht zu werden.
Elisabeth Brendel
rezensiert für den Sankt Michaelsbund.
Wir zwei gegen die Pissratten
Oskar Kroon ; aus dem Schwedischen von Stefan Pluschkat
Thienemann (2025)
157 Seiten : Illustrationen
fest geb.
Borromäus-Altersempfehlung: ab 10