Wanda
Noch ein weiteres Mal wird Wanda von einem Ehepaar aus dem Waisenhaus geholt – und soll ein weiteres Mal wieder zurück ins Heim. Sie entzieht sich durch spontane Flucht und findet einen Unterschlupf im Raum der Stille am Brandenburger Tor. Der ist
gerade wegen nicht stattfindender Bauarbeiten gesperrt, ideal für Wanda, einen kleinen Fuchs und dem von Abschiebung bedrohten Samir. Parallel dazu beobachtet eine alte, dem Zoo entflohene Bärin das Geschehen – als Sternbild am Himmel und real, von der ganzen Stadt gesucht. Außerdem schließen sich den Kindern an: Jo, Hotelangestellter, Dora aus dem Seniorenheim und auf der Suche nach ihrem Garten und ihrer Freundin und Peri mit ihren nicht konformen Ideen. Zwischen harter Realität und bunten Träumen bewegen sich die Figuren und wachsen dabei dem Leser ans Herz. Am Ende gewinnen die Träume und finden ihren Platz in der Realität. – Es ist keine der bekannten Sozial-Romantik-Geschichten, sondern ein Plädoyer für Empathie und Nächstenliebe im besten Sinn. Nicht ganz so locker geschrieben wie viele andere Romane für junge Leser, kann dieser Roman auch höheren Ansprüchen gerecht werden – ohne dass Spannung und Unterhaltung zu kurz kommen.
Lotte Schüler
rezensiert für den Sankt Michaelsbund.
Wanda
Annika Scheffel
Thienemann (2025)
363 Seiten
fest geb.