Waldmann
Sieben Jahre nachdem seine Frau in Lagos auf einem Basar spurlos verschwand, ermittelt Kommissar Waldmann in einem Fall um einen ermordeten Politiker. Die Umstände des Mordes sind mehr als bizarr und führen zu einer Escort-Vermittlung. Diese ist
international aufgestellt und „vermittelt“ auch ukrainische Frauen, die geflüchtet sind. In diesem Fall von Frauenhandel und Zwangsprostitution recherchiert auch die Journalistin Pia, die mit Suse eine Informantin hat, die sich in der Szene auskennt. Immer mehr Spuren führen zu einer internationalen Ermittlung, die Waldmann, neben einigen Flashbacks, die Verbindung zu einer Bruderschaft beschert, die ihren Hauptsitz in Lagos hat. Diese Bruderschaft ist nicht zimperlich und räumt unliebsame Mitwisser konsequent aus dem Weg. – Dem Autor (zuletzt BP/mp 24/401) gelingt hier ein packender, rasanter Thriller, der aktuelle Themen mit länderübergreifenden Ermittlungen kombiniert. Mit einem Kommissar, der unter seinen eigenen Dämonen leidet, die ihn immer wieder in seinen Ermittlungen behindern, dann aber auch weiterbringen. Die Taten sind recht detailliert geschildert und können durchaus verstörend wirken. Trotzdem sind diese Szenen wichtig für den Handlungsverlauf, der sehr aktuell ist und realitätsnah wirkt. Die unterschiedlichen Perspektiven in den kurzen Kapiteln treiben die Handlung voran und ergeben neue Sichtweisen. Die beschriebene Organisation „Black Axe“ existiert tatsächlich, wodurch der Thriller noch mehr Authentizität erhält. Sehr empfehlenswert.
Angela Hagen
rezensiert für den Borromäusverein.
Waldmann
Thomas Ziebula
Ullstein (2026)
447 Seiten
kt.