Die Biber-Klasse
Acht Kinder bilden die Biber-Klasse, jedes ist anders. Bjarne hat Dyskalkulie, Mina gehört zum Autismus-Spektrum, Senay ist hochbegabt. Ihre Lehrerin Frau Pfefferkorn zeigt eindrucksvoll, wie Inklusion gelingen kann: Bjarne bekommt Rechenmaterial
und Zeit, Mina klare Strukturen, Senay anspruchsvollere Aufgaben. Nicht die Kinder müssen sich dem Unterricht anpassen, der Unterricht passt sich ihren Bedürfnissen an. Darin liegt die große pädagogische Stärke dieses Erstlesebuchs. Neurodivergenz wird nicht als Defizit dargestellt, sondern als Teil menschlicher Vielfalt. Die Kinder erleben, dass sie dazugehören und gleichzeitig unterschiedlich sein dürfen. So vermittelt die Geschichte lebensnah: Gerecht ist nicht, wenn alle dasselbe bekommen, sondern wenn jedes Kind die Unterstützung oder Herausforderung erhält, die es braucht. Gleichzeitig lernen die Leser*innen, Unterschiede zu verstehen und Rücksicht zu nehmen. Damit wird Inklusion nicht erklärt, sondern im Schulalltag vorgelebt. Kurze, verständliche Sätze, große Schrift und sympathische, bunte Illustrationen machen das Buch ideal für Leseanfänger*innen. Besonders gelungen sind die acht Steckbriefe am Ende, die die Besonderheiten der Kinder erklären. – Ein ungewöhnliches, wichtiges und äußerst empfehlenswertes Erstlesebuch, das Verständnis fördert und Vielfalt selbstverständlich macht.
Martina Mattes
rezensiert für den Sankt Michaelsbund.
Die Biber-Klasse
Saskia Niechzial ; mit Bildern von Stefanie Reich
Carlsen (2026)
Einfach Lesen lernen : zweite Klasse
56 Seiten : farbig
fest geb.
Borromäus-Altersempfehlung: ab 7