Am Rand der Welt
1935 ziehen Grete, ihr Mann Johann und ihre Zwillinge Luise und Hans auf den Hermann-Göring-Koog, um ihn zusammen mit anderen Bauernfamilien landwirtschaftlich zu erschließen. Das Leben am Wattenmeer ist neu und ungewohnt für Grete, die aus dem
Inland stammt, und die Arbeit ist hart, da es an allem fehlt. Aber Johann und sie sehen das von ihnen gepachtete Land als Möglichkeit, sich ein besseres Leben aufzubauen. Doch die Jahre der Nazi-Herrschaft, die auch in der dörflichen Gemeinschaft ihre grausamen Schatten wirft, und der herannahende Krieg treffen die junge Familie hart. Gretes einziges Glück sind die einsamen Stunden im Watt, in denen sie aufatmen kann. 2003 verstirbt Grete, geplagt von einer schweren Schuld, und lässt ihre Enkeltochter Kristine mit vielen Fragen zur Familiengeschichte zurück. Kristine lassen die letzten Gespräche mit Grete keine Ruhe und so beschließt sie, im Koog auf Spurensuche zu gehen. – Der bewegende Frauenroman ist ruhig, aber eindringlich erzählt und nimmt den Lesenden sofort gefangen. Die starke Protagonistin Grete und ihr entbehrungsreiches Leben, in dem sie Schwierigkeiten und Gefahren meistert, fesseln einen bis zur letzten Seite und man kann das Buch nur schwer aus der Hand legen. Ein toller Roman, der gerne breit empfohlen ist.
Stefanie Simon
rezensiert für den Sankt Michaelsbund.
Am Rand der Welt
Caroline Bernard
Pfaueninsel (2026)
299 Seiten
fest geb.