Das Glück ist ein Punkt
Ein Kind freundet sich mit einem Eisbären an, der im Gartenhaus wohnt. Dieser Eisbär ist ein Sammler und außerdem hört er gern zu, wenn das Kind ihm Geschichten vorliest. Eines Tages zeigt der Bär ihm sein selbstverfasstes Buch: für jeden glücklichen
Moment hat er einen farbigen Punkt auf die Seiten gemalt. In diesem Glücksbuch liest das Kind auch dann noch, als der Eisbär verschwunden ist. – Diese Bilderbuch-Geschichte wird die Leser- und Zuhörer:innen auf mehreren Ebenen erreichen: da sind zum einen die schönen, leicht lesbaren Bilder, in denen die Farben der Geschichte platziert werden. Beim Betrachten fühlt man sich mitgenommen, so als wäre man in den Szenen dabei. Und auch der Text holt die Kinder ganz nah ans Geschehen. Heitere, bemerkenswerte Erlebnisse in einem Bild oder als einfaches Zeichen festzuhalten, fördert die Reflektion darüber, was einem wichtig und erinnerungswert ist. Was war schön in meinem Tag, worüber habe ich mich gefreut? Und welches Ereignis erhält auf keinen Fall einen Punkt? Auf das "perfekte" Bild kommt es hier nicht an. Diese kleine Geschichte birgt ein Bündel an Ideen, die Impulse aus unserem Alltag aufzubewahren. Originell auch, dass es keine verfasste Geschichte oder Fotografien sein müssen, um Glücksmomente heraufzubeschwören – ein Punkt kann da schon ausreichen!
Dominique Moldehn
rezensiert für den Borromäusverein.
Das Glück ist ein Punkt
Helga Bansch
Jungbrunnen (2026)
[32] Seiten : farbig
fest geb.