Henne Jenne
Kuckuckseier sind in der Regel nicht beliebt, doch die Ente freut sich über das unerwartete kleine Ei, das eines Tages in ihrem Nest liegt, hat sie sich doch schon lange ein Küken gewünscht. Doch als daraus ein Küken schlüpft, das so gar nicht
entenartig ist, beginnen die Probleme. Die kleine Jenne wird zunehmend verlacht und gemobbt, weil sie anders aussieht und anders handelt als die Entenkinder. Mutter Ente bindet die Weise Eule an, die das Küken als kleine Henne identifiziert. Der Besuch auf den Hühnerhof schließlich bestärkt die Ente in ihrer Mutterschaft und bringt dem Küken einen großen Identitätsschub – fortan lässt die kleine Henne Jenne sich nichts mehr gefallen. Inhaltlich ist die Variation zum Thema "Ausgrenzung", im Ansatz auch Adoption, gut gelungen, gestalterisch dagegen ist das Buch etwas sperrig: der gereimte Text ist eher schwer zu verstehen und bisweilen holprig, die Illustrationen sind abstrakt und sehr belebt, möglicherweise verwirrend. – Eingeschränkt empfohlen und nur für ältere Kinder (5-6 Jahre) geeignet.
Birgit Karnbach
rezensiert für den Borromäusverein.
Henne Jenne
von Cornelia Travnicek ; illustriert von Raffaela Schöbitz
Picus (2025)
[32] Seiten : farbig
fest geb.
Borromäus-Altersempfehlung: ab 3