You'd be home now
Vier Teenager verunglücken in einem Auto. Emmy Ward ist Beifahrerin und sieht, wie der Fahrer, Luther Leonard, durch die Windschutzscheibe schlägt; auf dem Rücksitz liegt ihr Bruder Joey reglos über der röchelnden Candy mit den blutverschmierten
Haaren. Als Emmy später mit zerschmetterter Kniescheibe im Krankenhaus aufwacht, erfährt sie, dass Luther ein Auge eingebüßt hat, Candy gestorben ist und ihr geliebter Bruder Joey in Entziehungskur ist, weil er - und nicht der Fahrer - zugedröhnt war. Emmy fühlt sich schuldig, weil sie Joeys Drogengeheimnisse so lange gedeckt hat. Als Emmy nach Wochen endlich ihre Beinschiene abgenommen bekommt, ist sie enttäuscht, dass ihre Eltern wieder einmal keine Zeit haben, sie zu begleiten, aber ihre ältere Schwester Maddie ist für sie da. Sie steckt Emmy auch hin und wieder eine Schmerztablette zu, was ihre Mutter zu verhindern versucht, weil sie nicht will, dass noch jemand abhängig wird. - Und damit ist das Anliegen der Autorin Kathleen Glasgow umrissen. Sie will mit ihrem eindrücklichen und anrührenden Roman auf die fatalen Folgen der Opioid-Epidemie aufmerksam machen, die über zwanzig Millionen US-amerikanische Bürger süchtig gemacht hat. Sehr spannend und emotional aufrüttelnd!
Karin Blank
rezensiert für den Borromäusverein.
You'd be home now
Kathleen Glasgow ; aus dem amerikanischen Englisch von Maren Illinger
Sauerländer (2024)
429 Seiten
kt.