Die Erpressung des Soßen-Königs
Gisbert König, bekannt durch seine Soßen-Kreationen in Tüte und Dose, ist schlicht ein machtbesessenes aufbrausendes Ekel. Seine Tochter Kimberly, die Ambitionen zum Theater hat, lässt er von einem Leibwächter bewachen. Dennoch wird sie mitten
in einer Musicalaufführung auf offener Bühne entführt. Da dem Soßen-König die Polizei nicht schnell genug ermittelt, schaltet er Rory Shy (zuletzt: BP/mp 23/943) und damit Matilda ein. Verwirrend ist, dass keine klassische Lösegeldforderung eingeht, aber eine Reihe von Briefen mit Anschuldigungen gegen Gisbert König. Geduldig dröseln der Detektiv und seine Assistentin auf, wie die Entführung gelingen konnte, und wer ein Interesse daran hätte, den Soßenhersteller zu verleumden. Und kommen zu dem Ergebnis, dass wohl keine nur an Lösegeld interessierte Person dahintersteckt. Könnte es sein, dass die ganze Aktion wohltätigen Zwecken dienen soll? – Die Figur des Gisbert König ist das pure Klischee eines skrupellosen Selfmade-Mannes, oft so schön überzeichnet, dass man herzlich lachen muss. Dass die Tochter als Gegenspielerin edel denken muss, folgt daraus selbstredend. Ein paar Seitenhiebe treffen die Serienmanie des Reality-TVs mit all ihren Auswüchsen. Das dürfte auch jugendliche Leserkreise amüsieren.
Pauline Lindner
rezensiert für den Sankt Michaelsbund.
Die Erpressung des Soßen-Königs
Oliver Schlick
ueberreuter (2024)
Rory Shy, der schüchterne Detektiv ; Band 6
303 Seiten : Illustrationen
fest geb.
Borromäus-Altersempfehlung: ab 10