Tanz der Kakerlaken
Mit viel schwarzem Humor erzählt der kenianische Autor die Geschichte seines Helden Dusman Gonzaga, der die kleineren und größeren Katastrophen in seinem Leben nicht widerstandslos hinnehmen will. Er wohnt in einem heruntergekommenen Haus in einer
wenig vornehmen Gegend von Nairobi. In seiner Wohnung gehen die Kakerlaken ein und aus, er leidet unter Schlaflosigkeit und muss hilflos miterleben, wie Diebe sein Auto Stück für Stück demontieren. Auch mit seinem Job als Ableser von Parkuhren ist er unzufrieden, doch sein Chef schickt ihn lieber zum Psychiater, anstatt ihm den Wunsch nach einer anderen Stelle zu erfüllen. Auf einmal beginnt Dusman aufzubegehren. - Mwangi zeichnet in seinem bereits 1979 erschienenen Roman ein ernüchterndes Bild der kenianischen Gesellschaft voller Ungerechtigkeit, Korruption, Armut. Erträglich wird es lediglich durch die Ironie, mit der er die bedrückenden Zustände schildert. Ab mittleren Beständen kann der Roman gerne empfohlen werden. (Übers.: Jutta Himmelreich)
Dietmar Adam
rezensiert für den Sankt Michaelsbund.
Tanz der Kakerlaken
Meja Mwangi
Hammer (2015)
283 S.
fest geb.