Was wir verschweigen
Zu Schulzeiten schworen sich die Klassenkameraden Juri und Antti ewige Freundschaft. In den Sommerferien nach der 6. Klasse ist etwas Furchtbares geschehen, was die beiden auseinandergebracht hat. Viele Jahre später wird Antti verdächtigt, im Suff
ihren ehemaligen Klassenkameraden Rami mit einem Messer erstochen zu haben. Auf den ersten Blick sieht der Fall für den ermittelnden Kommissar Oksman wie ein typischer finnischer Mord aus. Juri, der inzwischen Kriminalkommissar geworden ist, steht gerade vor einer Beförderung und kann es sich nicht leisten, in Verbindung mit einem obdachlosen Mordangeklagten gebracht zu werden, und verheimlicht seine Freundschaft mit Antti. Durch Rückblicke in die Kindheit der Protagonisten wird immer deutlicher, dass es in dem Fall um offene Rechnungen aus der Vergangenheit geht - um Mobbing und teils brutale Gewalt zwischen den halbwüchsigen Jungen. Sowohl Antti als auch Rami und der Ermittler Oksman sind mit gewaltbereiten Vätern aufgewachsen, was sie auf unterschiedliche Art zu bewältigen versuchen. Das als „Bester Kriminalroman Finnlands 2020“ ausgezeichnete Werk ist der Auftakt einer neuen Reihe. In Finnland sind schon zwei weitere Folgen erschienen. Spannende Lektüre mit viel Atmosphäre für Freunde düsterer, psychologisch tiefgründiger Skandinavien-Krimis mit komplexen Charakteren.
Maria Holgersson
rezensiert für den Borromäusverein.
Was wir verschweigen
Arttu Tuominen ; Übersetzung aus dem Finnischen von Anke Michler-Janhunen
lübbe (2021)
414 Seiten
kt.