Riot Girl
Die junge LKA-Ermittlerin Obalski wird in ein Münchener Jugendamt als verdeckte Ermittlerin eingeschleust. In München ist eine Gruppe junger Frauen auf Instagram und TikTok sehr aktiv die sich "Influenzas" nennen. Sie protestieren gegen jegliche
Art von Gewalt gegen Mädchen und Frauen, anfangs noch durch Flashmobs und Tanzclips auf TikTok, doch das LKA hat Hinweise auf eine fortschreitende Radikalisierung. Auf einem Instagram-Account einer Anhängerin mit dem Namen Riot Girl erscheint ein Countdown. Sollten nicht "die Täter" ermittelt und den Frauen geglaubt werden, so die Drohung, würde die Nacht „über euch hereinbrechen“. Obalski hat den Auftrag, als Jugendamtsmitarbeiterin Kontakt zu den Mädchen aufzunehmen, herauszufinden, was geplant sein könnte und die Aktion wenn möglich zu stoppen. Durch ihre Arbeit beim Jugendamt lernt sie u.a. ein junges Mädchen kennen, die mit tiefen Ritzspuren ins Krankenhaus gekommen ist. Sie besucht das Mädchen zuhause und begreift schnell, dass sie sich dort im Milieu der Reichsbürger bewegt und es sich um Kindeswohlgefährdung handelt. Doch sind dies die Täter, die die Influenzas meinen? – Mit Obalski hat eine ungewöhnliche Ermittlerin ihren ersten Auftritt auf der deutschen Krimi-Bühne. Konsequent wird die Geschichte aus ihrer Innensicht geschildert. Es handelt sich um den ersten Krimi der Sachbuchautorin. Dabei ist bei dem vorliegenden Roman, wie bei Sachbüchern der Autorin, das Hauptthema die sexualisierte Gewalt gegen Frauen. Ein außergewöhnlicher, sehr lesenswerter Krimi.
Helmut Lenz
rezensiert für den Borromäusverein.
Riot Girl
Susanne Kaiser
Wunderlich (2025)
408 Seiten
fest geb.