Die Verlorene
Obwohl Änne oft von ihrer Jugend in Schlesien erzählt hat, weiß ihre Enkelin Laura nur wenig über diese Zeit. Lauras Mutter Ellen ist zwar noch vor der Flucht nach Westdeutschland auf dem Gut der Familie, dem „Pappelhof“, geboren, hat allerdings
auch keine Erinnerungen. Als Änne stirbt, findet Laura eine Art „Schatzkiste“ mit Erinnerungen, Fotos und Dokumenten. Es gibt allerdings mehr Fragen als Antworten. Laura hat gerade erfahren, dass sie schwanger ist und beschließt, nach Polen zu reisen, um die Geschichte ihrer Großmutter kennenzulernen. Ellen ist wenig begeistert. Tatsächlich gelingt es Laura, einige wenige Zeitzeugen und auch den „Pappelhof“ zu finden. Erzählt werden die Gegenwart und die verschiedenen Mutter-Tochter-Geschichten sowie in etlichen Rückblicken die Kindheit und Jugend von Änne. Nationalsozialismus, der Krieg und die nahenden russischen Truppen hinterlassen Spuren, sorgen immer wieder für gefährliche Situationen. Hautnah erleben die Hörer:innen die Wirrungen des 20. Jh. Laura und Ellen (die nachgereist ist) stoßen allerdings auch auf Ungereimtheiten in der Familie. Über Jahrzehnte hat Änne ein Geheimnis mit sich herumgetragen und eine eigene „Wahrheit“ geschaffen … Miriam Georg hat bereits mehrere historische Bestseller-Romane geschrieben. Ihr neues Buch basiert auch auf der Geschichte der eigenen Familie. Ein eindrückliches Stück (Zeit-)Geschichte, das historische Ereignisse und Familienschicksal verbindet. Der Lesung mit Tanja Fornaro hört man gern zu.
Felix Stenert
rezensiert für den Borromäusverein.
Die Verlorene
Miriam Georg ; Tanja Fornaro liest
argon hörbuch (2025)
2 CDs (circa 870 min)
mp3-CD