Nuria
Die 8-jährige Nuria muss früh lernen, allein klarzukommen, da ihre Eltern beruflich sehr eingespannt sind und wenig Zeit fürs Familienleben haben. Nuria begehrt nicht auf, fühlt sich aber oft unerwünscht. Kurz vor den Ferien eröffnen ihr die
Eltern, dass sie ohne sie ans Meer fahren werden. Nuria soll bei ihrer Oma Ella bleiben. Das Mädchen ist tief enttäuscht, schluckt aber ihre Gefühle herunter. Ihre Respekt einflößende Oma, die Binnenschifferin ist, kennt Nuria kaum. Als Oma und Nuria mit dem vollgeladenen Lastenkahn „Madame“ ablegen, genießt Nuria zwar die Fahrt und versucht, sich an Bord nützlich zu machen, leidet aber unter Omas herrischer Art. Richtig schlimm wird es, als Madame bei einem Unwetter auf Grund geht. Dann nimmt Nuria selbst die Situation in die Hand und holt Hilfe. – Sigrid Zeevaert legt hier nach „Greta“ (BP/mp 23/667) erneut eine einfühlsame Feriengeschichte vor. Von ihrer Familie vernachlässigt, lernt die junge Protagonistin, auf ihre eigenen Kräfte zu setzen und den mangelnden Rückhalt ihrer Familie im Freundes- und Bekanntenkreis auszugleichen und so ihre emotionalen Bedürfnisse zu befriedigen. Ein kleiner Kritikpunkt ist der schwach untermauerte Sinneswandel der Oma und der Eltern zum Besseren am Schluss. – Ein empfehlenswertes Buch, das überwiegend ruhig daherfließt wie der Fluss, aber auch viele Tiefen hat. Die Geschichte wird demnächst verfilmt. Ab 8 Jahren.
Maria Holgersson
rezensiert für den Borromäusverein.
Nuria
Sigrid Zeevaert ; mit Bildern von Eleanor Sommer
Tulipan Verlag (2025)
175 Seiten
fest geb.
Borromäus-Altersempfehlung: ab 8