Jeanie und Julius
Die 50-jährigen Zwillinge Jeanie und Julius leben mit ihrer Mutter Dot in einem Cottage in Wiltshire, im Südwesten Englands. Es ist nicht viel, was ihnen gehört. Julius schlägt sich mit Gelegenheitsjobs durch. Jeanie hat wegen einer Herzschwäche
nie richtig lesen und schreiben gelernt. Sie mag das einfache, zurückgezogene Leben. Sie halten Hühner und bauen Gemüse in ihrem Garten an, das sie im Dorf verkaufen. Dann stirbt Dot, die sich bisher um alles gekümmert hat, plötzlich und unerwartet. Die Geschwister sind von einem Tag auf den anderen auf sich allein gestellt. Sie kennen sich weder mit den anstehenden Formalitäten aus, noch haben sie Geld für ein Begräbnis oder für die angeblich ausstehenden Mietzahlungen. Weil sie sich schämen, um Hilfe zu bitten, geraten sie immer tiefer in eine schier ausweglose Situation hinein und in die Lebenslügen, die nun ans Licht kommen – über das Cottage, den Tod des Vaters und Jeanies schwaches Herz. – Claire Fuller nimmt die Leser:innen bildreich in die Lebensgeschichte dieser beiden eng verbundenen Geschwister mit hinein, die am Rande der Gesellschaft hart für das kämpfen, was ihnen im Leben scheinbar zusteht. Lesenswert.
Christiane Raeder
rezensiert für den Borromäusverein.
Jeanie und Julius
Claire Fuller ; aus dem Englischen von Andrea O'Brien
Kjona Verlag GmbH (2024)
333 Seiten
fest geb.