Sputnik

Während die Sowjets 1957 den Satelliten „Sputnik“ ins All schießen, kommt in West-Berlin ein Junge zur Welt, den sie ebenfalls Sputnik (Begleiter oder Weggefährte) nennen. Er wächst in bürgerlichen Verhältnissen fernab des Großstadttreibens Sputnik auf. Seine Eltern sind bereits älter und vom Leben geprägt: die Mutter musste sich als Jüdin verstecken und ist nach Lateinamerika geflohen, der Vater hat sich vom Proleten zum angesehenen Arzt emporgearbeitet. Der Junge wird musisch erzogen und gefördert. Schon früh steht fest: er möchte Schauspieler werden. Als Jugendlicher geht Sputnik nach Paris, lernt dort die große Welt, die Philosophie, die Literatur, die Liebe und auch die Drogen kennen. Er verfolgt seinen Wunsch weiter, auch als er nach Berlin zurückkehrt: Die Film- und Bühnengrößen der 1970er Jahre lernt er kennen und arbeitet mit ihnen zusammen. Man probiert viel aus, lehnt sich gegen das „Establishment“ auf und versucht den eigenen Weg (der ganz anders als zuvor ist!) zu gehen. In der Diskussion mit der Generation der Eltern steht die Vergangenheit im Raum (gerade läuft „Holocaust“ im Fernsehen), die RAF versucht mit Gewalt das System zu sprengen. Sputnik sucht auch nach der eigenen Identität als Kind einer Verfolgten im Land der Täter, als frankophiler Lebemann und Schauspielschüler. Wie bei „Der Apfelbaum“ und „Ada“ kombiniert Christian Berkel Teile der eigenen Biografie mit fiktiven Elementen. Der Schauspieler liest sein Buch selbst und ungekürzt. Das ist sehr authentisch, gleichermaßen unterhaltend wie spannend, wenn es um eine bewegte Kindheit und Jugend in den 1960er und 1970er Jahren geht. Sehr zu empfehlen!

Felix Stenert

Felix Stenert

rezensiert für den Borromäusverein.

Sputnik

Sputnik

Christian Berkel ; gelesen vom Autor
Hörbuch Hamburg (2025)

8 CDs (circa 640 min)
CD

MedienNr.: 621903
ISBN 978-3-95713-327-4
9783957133274
ca. 28,00 € Preis ohne Gewähr
Systematik: SL
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