Der falsche Preuße
Seit einem Jahr ist der preußische Offizier Wilhelm von Grysinsky in Diensten der bayerischen Polizei in München. Sein Fachgebiet ist das neuartige Vorgehen bei der Spurensicherung und er soll seine Kenntnisse der bayerischen Polizei nahebringen.
Als beim Maximilianeum in Isarnähe eine männliche Leiche gefunden wird, beginnt Grysinski seine Arbeit, hat es aber nicht leicht, seine neuartigen Methoden verständlich zu machen. Die Identifizierung des Toten erweist sich als äußerst schwierig, da das Gesicht durch einen Schuss aus einer Schrotflinte zerstört ist. Umfragen durch die Gendarmen in den zahlreichen Wirtshäusern zeitigen aber ein Ergebnis - und jetzt nehmen die Ermittlungen Fahrt auf und es wird für Grysinski auch gefährlich. - Die Handlung dieser Geschichte spielt sich fast ausschließlich in der Münchener Innenstadt ab. Die Autorin hat die Örtlichkeiten und besonderen Aspekte über Leben, Politik und Gesellschaft, Milieuzeichnungen im ausgehenden 19. Jh., das Verhältnis Preußen-Bayern überzeugend dargestellt. Gelegentlich kommt die Geschichte zwar etwas betulich daher; gelegentliche humorvolle Passagen und auch spannende Momente bringen aber doch öfters willkommene Abwechslung. Dieser leicht lesbare Krimi ist sicher gut einsetzbar und wird wohl bei Münchnern und Oberbayern vor allem geschätzt werden.
Erwin Wieser
rezensiert für den Sankt Michaelsbund.
Der falsche Preuße
Uta Seeburg
Harper Collins (2020)
Gryszinski-Reihe ; 1
352 Seiten : Karte
fest geb.