Favorita
Fila, Hauptfigur des Romans, ist bei ihrer inzwischen verstorbenen Großmutter Lavinia in der Schweiz aufgewachsen, die Mutter, Magdalena, hat sich vor langer Zeit aus ihrem Leben verabschiedet. Jetzt ein Anruf aus Neapel: Magdalena ist tot, sie wurde
getötet. Fila macht sich auf dem Weg, holt die Urne, reist durch Italien, trifft auf feministische Kämpferinnen in einer Salamifabrik, verliebt sich, stößt auf eine faschistische Untergrundorganisation, die am Mord ihrer Mutter beteiligt sein könnte, spricht mit Geistern und Statuen … Es geht rund in diesem Buch. Es ist ironisch, surreal, zuweilen fragt man sich, ob man es ernst nehmen kann mit all den Faschisten, Geistern und Sexarbeiterinnen. Aber mit dem großen Thema, der sexistischen patriarchalen Gesellschaft – von Catcalling bis zu Femiziden – meint die Autorin es durchaus ernst, auch wenn die Sprache leicht und die Handlung schräg ist. Ein sehr ungewöhnliches, empfehlenswertes Buch.
Ruthild Kropp
rezensiert für den Borromäusverein.
Favorita
Michelle Steinbeck
park x ullstein (2024)
459 Seiten
fest geb.