Wie alt warst Du und welche Erinnerungen hast Du daran?
Das war hauptsächlich zu meiner Erstkommunions- und Messdienerzeit, also etwa im Alter zwischen neun und vierzehn Jahren. Häufiger haben wir dort auch als Gruppe, zum Beispiel mit den Messdienern, vorbeigeschaut. Manchmal suchte ich dort nach interessanten Sachbüchern, manchmal nach Jugendromanen.
Gab es vielleicht auch ein Lieblingsbuch oder mehrere Lieblingsbücher?
Eines meiner Lieblingsbücher war Michael Endes „Momo“, das ich düster und faszinierend fand. Das hat einen richtig zum philosophischen Nachdenken gebracht. Meistens haben wir aber Comics ausgeliehen. Ich mochte die belgischen und französischen Comics, von den „Schlümpfen“ bis hin zu „Tim und Struppi“. Später, als älterer Schüler, bin ich dann wegen des größeren Medienangebots eher in die Stadtbibliothek nach Bad Neuenahr gegangen. Und noch später dann, während des Studiums, in Münsters Stadtbibliothek – so auch noch heute.
Wie hat die Bücherei vor Ort Deine Lesesozialisation geprägt?
Bibliotheken waren für mich immer ein schöner Ort zum Stöbern und Lesen, wo man es sich auch gemütlich machen kann. Ein Ort, wo man in entspannter Atmosphäre Geschichten kennenlernt, Kunst erfährt oder Wissen erweitert.
Was bedeutet Dir die KÖB heute?
Ich denke gerne zurück an die Zeit in der KÖB in Ahrweiler. Es war eine schöne Atmosphäre dort und für mich ein wichtiger Ort, um früh mit Literatur in Kontakt zu treten. Es ist meines Erachtens ungeheuer wichtig, ein breites Netz an Bibliotheksangeboten zu haben, wo die Wege nicht weit sind und es auch familiärer zugehen kann. Nicht nur dafür sind die KÖBs unheimlich wichtig!
Als Kind in der KÖB
“Was bedeuten Ihnen Katholische Öffentliche Büchereien?” Sechs Personen erzählen, wie die KÖB ihren Lebensweg geprägt hat. Der Borromäusverein stellte in seiner Interview-Reihe Als Kind in der KÖB in loser Folge vom Sommer bis zur Frankfurter Buchmesse im Herbst 2026 Menschen aus beruflich ganz unterschiedlichen Bereichen vor, die als Kinder oder Erwachsene eng mit der KÖB verbunden waren oder bis heute noch sind.
Teil 1: Eva Maria Welskop-Deffaa
Teil 2: Weihbischof Robert Brahm
Teil 3: Birgit Mock
Teil 4: Dr. Michael Ziemons
Teil 5: Jutta Richter
Teil 6: Günther Jakobs