Das Einhörnchen, das rückwärts leben wollte

Wieder einmal übersetzt Walter Moers für die des Zamonischen nicht Mächtigen einen Text des Dichterfürsten Hildegunst von Mythenmetz ins Deutsche. Vom titelgebenden Einhörnchen über die vier Musiktiere bis hin zum Werwolf, der ein Wiewolf sein Das Einhörnchen, das rückwärts leben wollte wollte – hier findet man alles Wichtige aus der zamonischen Flabeldichtung. – Nach "Die Insel der 1000 Leuchttürme" (BP/mp nicht bespr.) geht es hier bereits nach recht kurzer Wartezeit weiter mit der Moersschen Fantasiewelt Zamonien, die nun schon seit 25 Jahren in Büchern entfaltet wird. Typisch für den Autor ist, sich hier ein wenig über den Fan-Wunsch "Mehr vom Gewohnten" hinwegzusetzen und statt einer weiteren großen, geradezu epischen Geschichte viele kleine zu erzählen. Wie immer können sich die Fans aber auf sprachwitzige, unglaublich ideenreiche, im besten Wortsinn "fantastische" Lektüre freuen (wenn auch fast alle Flabeln mit dem Tod eines der Protagonisten zu enden scheinen ...). Die Zeichnungen des Autors sowie die hochwertige Gestaltung insgesamt machen das Buch, wie schon gewohnt, fast schon zu einem Gesamtkunstwerk. Das vermag vielleicht ein wenig über den doch recht happigen Preis von 28 Euro für gerade einmal 162 Seiten hinwegzutrösten. Als Einstieg für Neulinge in die Zamonien-Welt eignet sich der Titel allerdings nur bedingt. Mit dieser kleinen Einschränkung empfohlen.

Thomas Oberholthaus

Thomas Oberholthaus

rezensiert für den Borromäusverein.

Das Einhörnchen, das rückwärts leben wollte

Das Einhörnchen, das rückwärts leben wollte

übersetzt, illustriert und mit einem Nachwort versehen von Walter Moers
Penguin Verlag (2024)

162 Seiten : Illustrationen
fest geb.

MedienNr.: 619874
ISBN 978-3-328-60342-9
9783328603429
ca. 28,00 € Preis ohne Gewähr
Systematik: SL
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